Gartenkunst vor der Haustür

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Jörg Schmitz

Gartenliebhaber aus Gelnhausen

Ein Garten fasziniert - natürlich besonders, wenn es der eigene ist. »Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht« sagt ein Sprichwort. Will heißen: Die Dinge brauchen Zeit. Im eigenen Garten können wir diese Erfahrung »live« machen. Und noch viele andere. Wie ist mein Gartenboden beschaffen, wie muss er sein, damit etwas wächst? Welche Pflanzen wachsen hier, welche nicht? Wie soll mein Garten in ein paar Jahren einmal sein? Mein Garten, den ich seit 2014 gestalte, wachsen lasse, umgestalte und weiter wachsen lasse, hat mich vieles gelehrt. Das Schönste: Mit den eigenen Händen »in der Erde zu sein« verbindet mich als Stadtmenschen wieder mit dem, was existentiell ist. Andere buchen Esoterikkurse auf Bali für viel Geld, ich gehe in den Garten. Anscheinend folge ich dabei einem Trend: Circa 15 Millionen Freizeitgärtner in Deutschland bewirtschaften eine Fläche von 930.000 ha. Dies entspricht 2,6 % der Gesamtfläche Deutschlands. (Quelle: Deutsche Gartenbaugesellschaft 1822). Unzählige Initiativen im »grünen Bereich« kümmern sich in teils mühevoller Kleinarbeit um Bienensterben, Artenschutz, Wildblumenwiesen, Vogelbeobachtung – und vieles, vieles mehr. Einige dieser Initiativen werden auch mal als lästig empfunden, wenn sie Einspruch gegen Infrastruktur-Großprojekte erheben. Allen gemeinsam ist aber die Verbundenheit mit der Natur – die oft im eigenen Garten beginnt. Sprechen wir darüber, wie wir leben wollen – und gestalten wir das aktiv mit. Ich bin überzeugt: Davon profitieren wir, im Kleinen wie im Großen.

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