Abschied von einem Gartenkünstler

Dr. Hans Dorn im Juli 2018 unter »seiner« Linde im Schlosspark Ramholz

Dr. Hans Dorn im Juli 2018 unter »seiner« Linde im Schlosspark Ramholz

ABSCHIED VON EINEM GARTENKÜNSTLER –– GartenKunstGenuss Main-Kinzig trauert um Dr. Hans Dorn (4.10.1928–31.12.2018). –– Noch im Juli 2018 fand sich eine Gruppe interessierter und teils weit angereister Gartenliebhaber und -liebhaberinnen im Park von Schloß Ramholz zusammen, um an einem der heissesten Tage des Jahres unter fachkundiger Führung von Gartenkünstler Hans Dorn dessen Herzens- und Lebensprojekt zu bestaunen: den Schlosspark, in dem er schon als Kind unter den Augen des Freiherr von Stumm-Ramholz gespielt hatte. Zum Zwecke der Bewahrung und (Teil-)Sanierung des Garten- und Landschaftsdenkmals hatte Dorn, der unter anderem lange Jahre die UNESCO beriet, einen Förderverein gegründet, der ihm zu Ehren im Jahre 2008 eine Linde im Park widmete (Foto).

In seinem Anspruch, der Gartenkultur zum Recht zu verhelfen, war Dorn bis zum Schluß unbeirrbar und kompromisslos engagiert. So zeigte er sich noch während der 2018er Parkführung tief enttäuscht über die Spuren der Eingriffe, die dem hinteren Parkareal noch vor Jahrzehnten durch Teilverkauf und bauliche Entstellungen zugefügt wurden. »Es ist eine Schande«, so Dorn mehrfach. Durch den jüngsten Besitzerwechsel des Schlosses Ramholz blieben Dorns Bemühungen, im Park doch noch landschaftliche Details zu retten und zu sanieren leider unvollendet – bislang. So hatte er bis zum Schluß den Wunsch, mit ihm zugesagten Fördergeldern des Denkmalschutzes einige alternde Bäume im Park zu ersetzen.

Was bleibt, ist eine beeindruckende Führung durch eines der schönsten Stücke Gartenkultur des Main-Kinzig-Kreises und des Landes Hessen – und die eindringliche Mahnung Dorns, mit dem Erbe der jahrhundertealten Gartenkultur sorgsam umzugehen. Wir werden Hans Dorn ein ehrendes Andenken bewahren.

Jörg Schmitz